Mikroaderlass

  1. Die Vorgehensweise besteht in einem Anritzen bzw. klassischerweise im Stechen mit einer Dreikantnadel im Bereich definierter Akupunkturpunkte, um den Punkt gezielt bluten zu lassen.

  2. Dem Grundprinzip der Traditionellen Chinesischen Medizin, nämlich primär die zumeist für Erkrankungen verantwortlichen Füllezustände durch ausleitende Verfahren zu beseitigen, wird der Mikroaderlass gerecht.

  3. So kommt er z.B. bei chinesischen Syndromdiagnosen mit übermässiger Hitze, bei Schmerzen auf dem Boden von Blutstagnation, Bewußtseinsbeinträchtigungen bei durch  Füllezustände bedingte, akute neurologische Erkrankungen und Bluterkrankungen zum Einsatz.

  4. So besagt „Song of the Jade Dragon“ über den Punkt 3E1 Guanchong, daß „ein Bluten dieses Punktes toxisches Blut beseitigt“ , das Blutenlassen von Pe 3 Quze wird in Fällen von fieberhafter Hämorrhagie (Blutung) empfohlen.

  5. Bei akuten Lumbalbeschwerden können gestaute oder dunkel gefärbte Gefäße im Bereich von Bl 40 Weizhong, lokalisiert in der Kniekehle, zur Schmerzreduktion zum Bluten gebracht werden.

  6. Eine Zahl von unterschiedlichen Klassikern stellt fest, dass man den im Apexbereich des Kopfes lokalisierten Punkt LG 20 Baihui bei durch Füllemustern bedingten Erkrankungen wie Apoplex, Schwindel, Tinnitus, Kopfschmerzen, Opisthotonus, Kiefersperre und Bewusstseinsverlust bluten lassen soll.

  7. Immer wieder beeindruckend zu sehen ist, dass sich, durch einfaches Blutenlassen des Punktes Lu 11 am Daumen, akute Halsschmerzen oft innerhalb weniger Minuten deutlich bessern.